Und wie steht es um Ihre Nieren? Am 13. März ist wieder Weltnierentag!
#AreYourKidneysOK?

Und wie steht es um Ihre Nieren? Am 13. März ist wieder Weltnierentag!
 #AreYourKidneysOK?

Hand mit Laborhandschuh hält leuchtendes Symbol von Nieren

Mehr als 850 Millionen Menschen welt­weit leiden unter einer chronischen Nieren­erkrankung (engl. Chronic Kidney Disease [CKD]).1 Ohne eine passende Behandlung kann sich daraus ein Nieren­versagen entwickeln, das schwere Komplikationen bis zum vorzeitigen Tod zur Folge haben kann. Mit weltweit 3,1 Millionen Todes­fällen im Jahr 2019 war die CKD die acht­häufigste Todes­ursache. Angesichts der erwarteten Zunahme von Nieren­erkrankungen in den kommenden Jahren könnte CKD bis 2040 zur fünft­häufigsten Ursache für eine verkürzte Lebens­erwartung werden.2

Eine besondere Schwierigkeit bei CKD ist, dass die Erkrankung häufig bereits über Jahre symptomlos voran­schreitet und Beschwerden erst in fort­geschrittenen Stadien auftreten. Eine recht­zeitige Diagnose ermöglicht die Einleitung früh­zeitiger Maßnahmen und kann so das Risiko für schwer­wiegende Komplikationen reduzieren, sowie die Not­wendigkeit einer Nieren­transp­lantation vermeiden. Aus diesem Grund steht der diesjährige Welt­nierentag, der am 13. März 2025 statt­findet, ganz unter dem Motto „Are your kidneys OK? – Frühzeitige Diagnose zum Schutz der Nieren­gesundheit“. So soll vor allem die Aufmerksam­keit für frühzeitige Vorsorge­untersuchungen gestärkt werden, ins­besondere für Personen mit hohem Risiko. Dazu zählen Menschen mit Diabetes, Blut­hochdruck, kardio­vaskulären Risiko­faktoren, Übergewicht oder einer familiären Vor­belastung. Weniger bekannte Risiko­faktoren für die Nieren­gesundheit sind bestimmte Autoimmun­erkrankungen wie Lupus, häufiges Auftreten von Nieren­steinen, ein geringes Geburts­gewicht sowie Früh­geburtlich­keit.3

Bei Früh­erkennungs­untersuchungen der Niere denken viele an aufwändige Unter­suchungen wie Ultra­schall oder Blasen­spiegelungen, doch es ist in den meisten Fällen viel einfacher. So können schon Blutdruck­messungen, eine Bestimmung des Body-Mass-Index sowie Urin- und Blutuntersuchungen Anhaltspunkte über die Funktions­fähigkeit Ihrer Nieren liefen.3 Insbesondere Hoch-Risiko-Personen sollten diese Vorsorge­untersuchungen regelmäßig wahrnehmen. Aber auch Menschen ohne besonderes Risiko oder Vor­erkrankungen haben ab dem 35. Lebensjahr alle drei Jahre Anspruch auf eine Früh­erkennungs­untersuchung.4 Ob Sie Risiko­faktoren für eine CKD haben, können Sie schnell und einfach mit dem einminütigen Kidney-Quiz auf der offiziellen Kampagnenseite des Weltnierentags herausfinden.

Neben der Wahrnehmung regelmäßiger Vorsorge­untersuchungen können Sie weitere Maßnahmen ergreifen, um Ihre Nieren­gesundheit aktiv zu verbessern. Beachten Sie zum Beispiel die nach­folgenden acht goldenen Regeln zur Prävention von Nierener­krankungen:5

  1. Bleiben Sie fit und aktiv!
    Das hilft dabei, Ihr ideales Körper­gewicht zu halten und den Blutdruck sowie das Risiko für CKD zu senken.5
  2. Ernähren Sie sich gesund!
    Eine gesunde Ernährung hilft dabei, Ihr ideales Körper­gewicht zu halten, den Blutdruck zu senken sowie Diabetes, Herz­erkrankungen und anderen CKD-assoziierte Krank­heiten vorzubeugen.5
  3. Checken Sie regelmäßig Ihren Blut­zucker­spiegel!
    Nahezu die Hälfte aller Personen mit Diabetes weiß nicht, dass eine Diabetes vorliegt. Lassen Sie regelmäßig Ihren Blut­zucker­spiegel messen, insbesondere bei mittlerem oder höherem Lebens­alter. Bei bestehender Diabetes-Erkrankung sollten Sie unbedingt auf einen stabilen Blut­zucker­spiegel achten.5
  4. Checken Sie regelmäßig Ihren Blutdruck!
    Nahezu die Hälfte aller Personen mit Blut­hochdruck weiß nicht, dass ein Blut­hochdruck vorliegt. Daher sollten Sie regelmäßig Ihren Blut­druck messen oder messen lassen, insbesondere bei mittlerem oder höherem Lebens­alter. Ein normaler Blut­druck liegt bei 120/80 mmHg. Ein Bluthochdruck wird diagnostiziert, wenn an zwei verschiedenen Tagen ein systolischer Blut­druck von ≥ 140 mmHg und/oder ein diastolischer Blut­druck von ≥ 90 mmHg vorliegt.5
  5. Trinken Sie ausreichend viel Wasser!
    Die richtige Flüssigkeits­menge ist sehr individuell und hängt von verschiedenen Faktoren ab (z. B. Aktivität, klimatische Bedingungen, Gesundheits­zustand, Schwanger­schaft, Stillen). Bei gemäßigten Temperaturen werden normaler­weise 2 l oder acht Becher Flüssigkeit empfohlen.5
  6. Vermeiden Sie Tabakkonsum!
    Rauchen verlangsamt den Blut­fluss generell, auch zu den Nieren. Wenn weniger Blut die Nieren erreicht, kann dies ihre normale Funktions­fähigkeit beein­trächtigen. Zudem erhöht Rauchen das Risiko, an Nieren­krebs zu erkranken, um etwa 50 Prozent.5
  7. Nehmen Sie frei verkäufliche Schmerz­mittel nur in Ausnahme­fällen ein!
    Gängige Medikamente wie nicht­steroidale Entzündungs­hemmer/Schmerz­mittel (z. B. Wirkstoffe wie Ibuprofen) können den Nieren schaden, wenn sie regelmäßig einge­nommen werden. Bei bestehender Nieren­erkrankung oder einge­schränkter Nieren­funktion können bereits wenige Dosen die Nieren schädigen. Im Zweifels­fall sollten Sie die Einnahme mit Ihren Ärzt*innen besprechen.5
  8. Lassen Sie regelmäßig Ihre Nieren­funktion überprüfen!
    Ins­besondere wenn Sie mehr als einen der folgenden Hoch-Risiko-Faktoren haben: Diabetes, Blut­hochdruck, Über­gewicht, familiäre Vor­belastung.5

Stehen Sie vor einer Trans­plantation oder leben Sie bereits mit einer Spender­niere? Dann wird sich auch Ihr Umfeld bereits intensiver mit der Rolle dieses wichtigen Organs beschäftigt haben. Ihre Erfahrungen können dazu beitragen, auch bei anderen das Bewusst­sein für die Wichtigkeit gesunder Nieren zu stärken. So können Sie beispiels­weise mit den Hashtags #WorldKidneyDay und #AreYourKidneysOK auf Social Media dazu beitragen, dass die Nieren endlich die Aufmerksam­keit bekommen, die sie verdienen!

Referenzen

  1. Chronic Kidney Disease Collaboration. Global, regional, and national burden of chronic kidney disease, 1990-2017: a systematic analysis for the Global Burden of Disease Study 2017. Lancet 2020;395(10225):709-33
  2. Foreman KJ, Marquez N, Dolgert A, et al. Forecasting life expectancy, years of life lost, and all-cause and cause-specific mortality for 250 causes of death: reference and alternative scenarios for 2016-40 for 195 countries and territories. Lancet 2018;392(10159):2052-90
  3.  World Kidney Day. Are your kidneys OK? 2025. https://www.worldkidneyday.org/2025-campaign/#footnotes, abgerufen am: 13.01.2025
  4. Deutsche Nierenstiftung. Der Check-up. https://www.nierenstiftung.de/fuer-betroffene/information/check-up/, abgerufen am: 13.01.2025
  5. World Kidney Day. How Much Do You Know About Kidney Health? https://www.worldkidneyday.org/about-kidney-health/#takecare, abgerufen am: 13.01.2025

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