Fit an der Dialyse bedeutet fit für die Transplantation!
Bei chronischer Niereninsuffizienz kann eine Nierentransplantation die Lebensqualität und das Langzeitüberleben der Patient*innen verbessern. Der Erfolg hängt dabei maßgeblich vom Gesundheitszustand und der körperlichen Fitness der Patient*innen ab. Eine schlechtere Verfassung führt oftmals zu einem längeren Krankenhausaufenthalt nach der Operation und erhöht das Risiko für Organversagen oder Tod.1


Wie kann ich an der Dialyse fit bleiben?
Training während der Hämodialyse – geht das denn?
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Wie sollte ein sinnvolles Training aufgebaut sein?
Wichtige Hinweise bevor Sie starten
Praktische Tipps und Trainingsempfehlungen
- Die Übungen sollten ruhig und gleichmäßig durchgeführt werden. Ruckartige Bewegungen sind zu vermeiden.
- Während als auch nach der Durchführung sollten keine Schmerzen, Muskelkater o.ä. auftreten.
- Atmen Sie bei der Übungsausführung gleichmäßig und halten Sie den Atem nicht an.
- Zwischen den Übungen sollten leichte Lockerungsbewegungen (wie etwas das Ausschütteln der Beine oder Arme) stattfinden.
- Um Ihren Fortschritt zu beobachten, notieren Sie die Anzahl der Wiederholungen pro Übung.
- Starten Sie zunächst mit zwei Trainingseinheiten pro Woche, diese können Sie dann je nach Fortschritt auch auf 3-4 pro Woche steigern. Setzen Sie sich dennoch nicht unter Druck – jedes Training ist wertvoll!
- Führen Sie jede Übung in 2 Sätzen mit 2 Minuten Pause dazwischen durch.
- Besprechen Sie die individuelle Wiederholungszahl der Übungen mit Ihrem*Ihrer behandelnden Physiotherapeuten oder -therapeutin. Haben Sie keine Angst – Sie können mit wenigen Wiederholungen starten und sich mit der Zeit steigern.
Durchführung im Liegen:
Legen Sie sich mit ausgestreckten Beinen auf eine flache Unterlage, wie z.B. eine Gymnastikmatte, Ihr Bett oder Ihr Sofa. Ihre Arme liegen seitlich ausgestreckt am Körper. Beugen Sie das rechte Knie und ziehen Sie Ihren rechten Fuß so weit an Ihr Gesäß heran, wie es Ihnen möglich ist. Dann strecken Sie das Bein wieder aus und legen es ab. Führen Sie dasselbe mit Ihrem linken Bein durch. Wiederholen Sie die Übung je nach angemessener Wiederholungszahl.
(Abduktoren sind Muskeln, die die Abduktion (Wegführung) von der Körpermitte weg steuern)
Durchführung im Liegen:
Knoten Sie Ihr Theraband an beiden Enden zusammen. Legen Sie sich auf Ihre Gymnastikmatte oder alternativ auf ihr Bett oder Sofa. Stellen Sie dann Ihre Beine auf und winkeln Sie Ihre Knie an. Legen Sie das Theraband um Ihre Knie. Drücken Sie nun gegen den Druck des Therabands Ihre Knie nach außen. Führen Sie die Knie dann wieder zusammen. Wiederholen Sie die Übung je nach angemessener Wiederholungszahl.
(Adduktoren sind Muskeln, die die Adduktion (Hinführung) zur Körpermitte steuern)
Durchführung im Liegen:
Legen Sie sich auf Ihre Gymnastikmatte, oder alternativ auf ihr Bett oder ihr Sofa. Stellen Sie Ihre Beine auf und winkeln Sie Ihre Knie an. Legen Sie sich ein Kissen zwischen die Knie und drücken Sie das Kissen mit Ihren Knien zusammen. Dann lösen Sie den Druck so weit, dass das Kissen nicht herunterfällt. Wiederholen Sie diese Schritte je nach Ihrer persönlichen Wiederholungszahl.
Durchführung im Liegen:
Legen Sie sich auf Ihre Gymnastikmatte, oder alternativ auf Ihr Bett oder Ihr Sofa. Stellen Sie Ihre Beine auf und winkeln Sie Ihre Knie an. Versuchen Sie nun Ihr Becken langsam anzuheben, bis sich der Rumpf in einer geraden Linie mit Ihren Oberschenkeln befindet. Legen Sie dann den Rumpf langsam wirbelkörperweise wieder ab. Wiederholen Sie diese Schritte je nach Ihrer persönlichen Wiederholungszahl.
Durchführung im Sitzen:
Setzen Sie sich aufrecht auf das vordere Drittel eines Stuhls. Lehnen Sie sich leicht nach hinten. Führen Sie nun Ihren Oberkörper wieder nach vorne bis Sie wieder aufrecht sitzen. Führen Sie dann Ihren Oberkörper erneut langsam in Richtung Rückenlehne. Wiederholen Sie diese Schritte je nach Ihrer persönlichen Wiederholungszahl.
Durchführung im Sitzen:
Nehmen Sie eine gefüllte 1 L Wasserflasche aus Plastik in die rechte Hand des Arms ohne Shunt und halten Sie diese gut fest (sollte die Flasche zu schwer sein, können sie auch mit 500 mL Füllung starten). Führen Sie die Flasche nun durch Anwinkeln des Arms in Richtung Ihrer Schulter und lassen Sie den Arm danach wieder sinken. Wiederholen Sie diese Schritte je nach Ihrer persönlichen Wiederholungszahl. Sofern Sie von Ihrem Behandlungsteam die Freigabe für ein Training mit dem Shuntarm haben, führen Sie die Übung auch mit diesem Arm durch.
Durchführung im Sitzen:
Nehmen Sie eine gefüllte 1 L Wasserflasche aus Plastik in die Hand des Arms ohne shunt und halten Sie diese gut fest (sollte die Flasche zu schwer sein, können sie auch mit 500 mL Füllung starten). Halten Sie die Flasche auf Höhe Ihrer Schulter, Ihr Ellenbogen und auch die Flasche sollten dabei leicht vor dem Körper positioniert sein. Heben Sie nun die Flasche geradeaus nach oben über Ihren Kopf hinaus. Dann führen Sie die Flasche wieder nach unten auf Höhe Ihrer Schulter. Wiederholen Sie diese Schritte je nach Ihrer persönlichen Wiederholungszahl. Sofern Sie von Ihrem Behandlungsteam die Freigabe für ein Training mit dem Shuntarm haben, führen Sie die Übung auch mit diesem Arm durch.
Durchführung im Stehen:
Stellen Sie sich hinter einen Stuhl, und halten Sie sich zur Stabilisierung an der Lehne des Stuhls fest. Ihre Füße sollten dabei ca. schulterbreit voneinander entfernt stehen. Gehen Sie nun in eine leichte Kniebeuge und richten sich danach wieder gerade auf. Wiederholen Sie die Übung je nach angemessener Wiederholungszahl.
Durchführung im Stehen:
Stellen Sie sich hinter einen Stuhl und halten Sie sich mit beiden Händen an der Rückenlehne fest. Ziehen Sie nun die Ferse eines Beins in Richtung Ihres Gesäßes, senken Sie anschließend den Fuß langsam wieder auf den Boden. Dann wiederholen Sie diese Schritte mit dem anderen Bein. Wiederholen Sie die Übung je nach angemessener Wiederholungszahl.
Durchführung im Sitzen:
Setzen Sie sich aufrecht auf einen Stuhl und legen Sie das Theraband um Ihre leicht geöffneten Knie. Knoten Sie Ihr Theraband an beiden Enden zusammen, so dass es locker um Ihre Knie liegt. Dann drücken Sie die Knie nach außen, bis Sie einen Widerstand durch das Band spüren. Führen Sie die Knie dann langsam wieder zusammen. Wiederholen Sie die Übung je nach angemessener Wiederholungszahl.
Durchführung im Sitzen:
Legen Sie sich ein Kissen zwischen die Knie und drücken Sie das Kissen mit Ihren Knien zusammen. Dann lösen Sie den Druck so weit, dass das Kissen nicht herunterfällt. Wiederholen Sie diese Schritte je nach Ihrer persönlichen Wiederholungszahl.
Durchführung im Sitzen:
Setzen Sie sich auf das vordere Drittel eines Stuhls. Beugen Sie Ihren Oberkörper mit geradem Rücken nach vorne. Führen Sie den Arm ohne Shunt langsam nach oben und anschließend langsam wieder nach unten. Sofern Sie von Ihrem Behandlungsteam die Freigabe für ein Training mit dem Shuntarm haben, führen Sie die Übung auch mit diesem Arm durch. Wiederholen Sie dies immer (wechselseitig, wenn ok) je nach angemessener Wiederholungszahl.
Durchführung im Sitzen:
Setzen Sie sich mit geschlossenen Beinen auf das vordere Drittel eines Stuhls. Halten Sie sich an der Sitzfläche oder wenn vorhanden, an den Armlehnen fest. Ziehen Sie nun mit geschlossenen Knien beide Beine nach oben zu sich heran und verlagern Sie den Oberkörper dabei leicht nach hinten, ohne die Sitzfläche oder die Armlehnen loszulassen. Lassen Sie die Beine wieder bis auf den Boden herabsinken. Wiederholen Sie die Übung je nach angemessener Wiederholungszahl.
Durchführung im Stehen oder Sitzen:
Nehmen Sie eine mit 1L Wasser gefüllte Plastikflasche in die Hand des Arms ohne Shunt und halten Sie diese gut fest. Führen Sie die Flasche nun durch anwinkeln des Arms in Richtung Ihrer Schulter und strecken Sie den Arm danach wieder aus. Wiederholen Sie die Übung je nach angemessener Wiederholungszahl. Sofern Sie von Ihrem Behandlungsteam die Freigabe für ein Training mit dem Shuntarm haben, führen Sie die Übung auch mit diesem Arm durch.
Durchführung im Stehen:
Stellen Sie sich aufrecht hin. Nehmen Sie eine mit 1L Wasser gefüllte Plastikflasche in die Hand Ihres Arms ohne Shunt. Halten Sie die Flasche auf Höhe Ihrer Schulter. Führen Sie die Flasche nun geradeaus nach oben über Ihren Kopf hinaus. Dann führen Sie die Flasche wieder nach unten auf Höhe Ihrer Schulter. Wiederholen Sie die Übung je nach angemessener Wiederholungszahl. Sofern Sie von Ihrem Behandlungsteam die Freigabe für ein Training mit dem Shuntarm haben, führen Sie die Übung auch mit diesem Arm durch.
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Durchführung im Stehen/Sitzen:
Setzen Sie sich auf einen Stuhl und kreuzen Sie Ihre Arme vor der Brust. Stehen Sie vom Stuhl auf, ohne die Arme zur Hilfe zu nehmen. Strecken Sie Ihre Beine so, dass Sie aufrecht stehen. Setzen Sie sich wieder hin. Auch beim Hinsetzen halten Sie die Arme vor der Brust gekreuzt. Wiederholen Sie die Übung je nach angemessener Wiederholungszahl.
Durchführung im Stehen: Stellen Sie sich hinter einen Stuhl oder an eine Wand. Halten Sie sich mit beiden Händen fest. Führen Sie nun ein Bein gestreckt nach hinten – oben und dann langsam wieder zurück. Wiederholen Sie dies auch mit dem anderen Bein.
Zur Erschwerung können Sie diese Übung optional auch mit Hilfe eines Therabands ausführen:
Durchführung im Stehen:
Für diese Übung benötigen Sie das Theraband. Stellen Sie sich aufrecht hin. Zur Sicherheit können Sie sich an der Rückenlehne eines Stuhls oder einer Wand abstützen. Legen Sie das Theraband um ihre Knie und knoten die beiden Enden zusammen. Führen Sie nun ein Bein gestreckt, seitlich nach oben. Führen Sie es danach langsam wieder zurück. Wiederholen Sie dies. Wechseln Sie nach ihrer individuellen Wiederholungszahl das Bein.
Durchführung im Sitzen:
Setzen Sie sich aufrecht auf einen Stuhl. Legen Sie sich ein Kissen zwischen die Knie. Drücken Sie das Kissen mit Ihren Knien zusammen. Lösen Sie den Druck so weit, dass das Kissen nicht herunterfällt. Wiederholen Sie diese Schritte je nach Ihrer persönlichen Wiederholungszahl.
Durchführung im Liegen:
Legen Sie sich in Ihr Bett, auf Ihr Sofa oder auf einen weichen Boden. Winkeln Sie Ihre Beine an und drücken Sie die Fersen in den Boden. Versuchen Sie nun Ihr Becken langsam anzuheben, bis sich der Rumpf in einer gerade Linie befindet. Legen Sie dann den Rumpf langsam wirbelkörperweise wieder ab. Wiederholen Sie diese Schritte je nach Ihrer persönlichen Wiederholungszahl.
Durchführung im Liegen:
Sie können diese Übung im Bett, auf dem Sofa oder auf dem Boden durchführen. Stellen Sie Ihre Füße auf. Führen Sie nun Ihren Oberkörper langsam mit gestrecktem Rücken nach oben – vorne in Richtung Knie. Bewegen Sie den Oberkörper dann wieder langsam auf den Boden. Wiederholen Sie diese Schritte je nach Ihrer persönlichen Wiederholungszahl.
Für diese Übung benötigen Sie Ihr Theraband. Stellen Sie einen Fuß auf die Mitte des Therabands und nehmen Sie beiden Enden in die Hand des Arms ohne Shunt. Sofern Sie von Ihrem Behandlungsteam die Freigabe für ein Training mit dem Shuntarm haben, führen Sie die Übung mit beiden Armen durch. Halten Sie den Arm zunächst gestreckt. Winkeln Sie nun den Arm im Ellbogengelenk an und ziehen sie das Theraband nach oben. Bringen Sie den Arm langsam wieder in die gestreckte Haltung. Wiederholen Sie diese Schritte je nach Ihrer persönlichen Wiederholungszahl.
Für diese Übung benötigen Sie Ihr Theraband. Stellen Sie sich mit beiden Beinen auf die Mitte des Therabands und nehmen Sie ein Ende in die Hand des Arms ohne Shunt. Sofern Sie von Ihrem Behandlungsteam die Freigabe für ein Training mit dem Shuntarm haben, führen Sie die Übung mit beiden Armen durch. Ziehen sie nun das Theraband etwa bis auf Höhe der Schultern. Strecken Sie Ihre Arme nach oben geradeaus über Kopfhöhe gegen den Druck des Therabandes. Danach senken Sie die Arme langsam wieder bis auf Schulterhöhe. Wiederholen Sie diese Schritte je nach Ihrer persönlichen Wiederholungszahl.
Wir empfehlen Ihnen, sich insgesamt mindestens 150 Minuten pro Woche zu bewegen. Passen Sie die Intensität der Bewegung dabei so an, dass diese anhaltend für mindestens 10 Minuten durchführbar ist. Dies können Sie über die Woche verteilt tun – so, wie es für Sie am besten passt. Beispielsweise können Sie können also auch dreimal für jeweils 10 Minuten an einem Tag trainieren. Am Ende jeder Übung sollten Sie sich etwas angestrengt fühlen und leicht außer Atem kommen.
Übungsbeschreibung:
Setzen Sie sich auf einen Stuhl oder an die Bettkante und halten Sie sich gut fest. Heben Sie nun immer im Wechsel ein Bein an, als würden Sie im Sitz „marschieren“ oder „laufen“. Passen Sie Ihr Tempo so an, dass Sie diese Bewegung mindestens 10 Minuten durchhalten. Sie können sich etwas Weiches (ein Kissen, ein Handtuch) unter Ihre Füße legen, um die Bewegung zu erschweren. Nutzen Sie gerne auch Heimtrainingsgeräte, die Sie bereits zuhause haben – aber besprechen Sie die Nutzung dieser Geräte vorher mit Ihrem*Ihrer Physiotherapeut*in!
Wir empfehlen Ihnen, sich insgesamt mindestens 150 Minuten pro Woche zu bewegen. Passen Sie die Intensität der Bewegung dabei so an, dass diese anhaltend für mindestens 15 Minuten durchführbar ist. Dies können Sie über die Woche verteilt tun – so, wie es für Sie am besten passt. Beispielsweise können Sie können also auch zweimal für jeweils 15 Minuten trainieren an einem Tag trainieren. Am Ende jeder Übung sollten Sie sich etwas angestrengt fühlen und leicht außer Atem kommen.
Übungsvorschläge:
Gehen Sie auf der Stelle spazieren oder bewegen Sie sich durch Ihre Wohnung oder gehen Sie draußen spazieren, wenn es für Sie passt. Sie können zwischendurch das Tempo leicht erhöhen. Gehen dabei Sie nur so schnell, dass Sie sich dabei mit jemandem unterhalten können. Fahren Sie mit dem Fahrrad. Nutzen Sie Heimtrainingsgeräte wie beispielsweise ein Laufband, ein Fahrradergometer oder einen Stepper. Besprechen Sie die Nutzung dieser Geräte vorher mit Ihrem*Ihrer Physiotherapeut*in.
Wir empfehlen Ihnen, sich insgesamt mindestens 150 Minuten pro Woche zu bewegen. Passen Sie die Intensität der Bewegung dabei so an, dass diese anhaltend für mindestens 30 Minuten durchführbar ist. Dies können Sie über die Woche verteilt tun – so, wie es für Sie am besten passt. Am Ende jeder Übung sollten Sie sich etwas angestrengt fühlen und leicht außer Atem kommen.
Übungsanregungen:
Gehen Sie draußen zügig spazieren, so dass Sie leicht außer Atem kommen. Sie sollten sich dabei mit jemandem unterhalten können. Sollten Sie bereits Nordic Walking gemacht haben, nutzen Sie Ihre Stöcke für mehr Sicherheit! Nutzen Sie Ihr Fahrrad für eine mindestens 30-minütige Fahrradtour! Auch dies zählt als Ausdauertraining. Nutzen Sie Heimtrainingsgeräte wie beispielsweise ein Laufband, ein Fahrradergometer oder einen Stepper. Besprechen Sie die Nutzung dieser Geräte vorher mit Ihrem*Ihrer Physiotherapeut*in.